Archiv für February 2007

Vlog, Videoblog: Fanfare Ciocarlia : Henry Ernst Zigeunermusik

Monday, 26. February 2007

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Feature über Fanfare Ciocarlia mit einem Interview mit Henry Ernst (Quicktime-Video)

Fanfare Ciocarlia – die Musik der Zigeuner

Henry Ernst reiste Mitte der neunziger Jahre oft nach Rumänien, um Urlaub zu machen. Dieses Land, so fand er, bot ihm Erholung und Abenteuer in einem. Als er auf einer seiner Reisen in ein kleines, von Zigeunern bewohntes, Dorf kam, plante er ein paar Stunden Aufenthalt zur Besichtigung. Dann kam ein alter Mann des Wegs, der ihn einlud, sich die Musik anzuhören, die im Dorf zu allen möglichen Festen gespielt vlog_fanfare_ciocarlia_03.jpgwird. Und so kramten die Musiker ihre Instrumente hervor und spielten dem Ausländer ein Ständchen, das sein Leben verändern sollte. Noch nie vorher hatte er eine solche Art der Blasmusik gehört. Vor allem die Geschwindigkeit beeindruckte ihn nachhaltig. Und aus dem Durchreisenden wurde ein Dauergast für drei Monate.

Henry Ernst machte Ernst, nannte die wilde Truppe “Fanfare Ciocarlia” und holte die Musiker unter großen Mühen nach Deutschland für einen ersten und eigentlich einmaligen Auftritt. Aber schon kurz nachdem die zwölf bis vierzehn Leute zählende Gruppe wieder zurück in Rumänien war, kam von einem Weltmusikfestival eine erneute Anfrage mit der Zusicherung der Kostenübernahme. Die noch immer andauernde Erfolgsgeschichte von Fanfare Ciocarlia begann. Die Musiker, die ihr Gück kaum fassen konnten, folgten dem unermüdlichen Henry von nun an quer über die ganze Welt. 120 Auftritte haben sie im jahr, 200 könnten sie haben, aber zugunsten der musikalischen Qualität und der Gesundheit der Musiker belassen sie es bei 120. Sie fahren jährlich mehr als 50.000 Kilometer Auto, verbringen unzählige Stunden in Flugzeugen (more…)

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Interview: Kunst und Kultur, Interview: Wirtschaft | 2 Kommentare

Vlog, Videoblog: Maurizio Cattelan : Hofnarr oder Künstler

Monday, 19. February 2007

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Interview mit Maurizio Cattelan (Quicktime-Video)

Was hat ein rosa Hasen-Phallus-Kostüm, in dem der Pariser Gallerist Emmanuel Perrotin steckt mit dem beleibten, an die Wand seiner Galerie geklebten Mailänder Galeristen Massimo de Carlo gemeinsam? Oder was hat ein von einem Meteoriten erschlagener wächsener Papst mit einem Eichhörnchen zu tun, das am Küchentisch sitzend Selbstmord begangen hat? Diese Kunstwerke, oder Scherze, stammen alle von dem italienischen Künstler, oder Hofnarr, Maurizio Cattelan.

Künstler sei er geworden wegen „des geregelten Einkommens und der attraktiven Frauen“, sagt Cattelan. Tatsächlich kam er verhältnismäßig spät zur Kunst, mit Ende 20. Seine zahlreichen und verschiedenartigsten Jobs haben ihn offenbar gut vorbereitet auf die Absurditäten der Kunstwelt. Er arbeitete unter anderem im Souvenirladen eines Klosters, im Leichenschauhaus, in einer Wäscherei und nun als weltberühmter Künstler. Aus vielen Arbeitsverhältnissen flog er ob seiner dauernden Faxen und Clownerie raus. In seinem aktuellen „Job“ muß er solches wohl nicht befürchten, denn endlich darf er machen, was er will. Das tut er auch und zwar exzessiv. Manchmal macht er einfach nichts: zum Beispiel cattelan.jpgeine Ausstellungseröffnung in einer leeren Galerie ohne Künstler. Dann wieder klaut er vom Künstler in der Nachbargalerie und gibt die Arbeit als seine aus. War das Einfallslosigkeit, Mangel an Kreativität? Nein. Das ist konzeptuelle Kunst, sagen die Kunstkritiker und Galeristen und Käufer seiner Werke. In der Konzeptkunst kann man auch die Großmutter eines reichen englischen Kunstsammlers in Wachs gießen lassen und in dessen Kühlschrank hineinsetzen. Dort bleibt sie wohl bis zum Ende ihrer Tage oder seiner Tage oder noch länger. Vielleicht kommt sie irgendwann ins Museum. Der Sammler hatte etwas „richtig Cooles“ bei Cattelan bestellt und im wahrsten Sinne des Wortes bekommen. Ob Maurizio beim Erhalt seiner Gage für das Werk einige clowneske Luftsprünge gemacht hat? Viel Arbeit hatte er jedenfalls nicht mit der „Betsy“-Skulptur, denn er beauftragt ausschließlich professionelle Handwerker für seine Arbeiten. So wurde auch der knieende, betende Hitler, eine seiner verstörendsten Arbeiten, von einem Wachsbildhauer angefertigt. Cattelan hatte ihm nur erklärt, er wolle einen zwölfjährigen Jungen mit dem Kopf Adolf Hitlers (more…)

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Interview: Kunst und Kultur | 2 Kommentare

Vlog, Videoblog: Mutter und Kind : Schwangerschaft, Sexualität, Liebe …

Monday, 12. February 2007

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Interview: Franziska Ley: Mutter und Kind (Quicktime-Video)

Wenn Frauen Mütter werden, dann ist das heute mehr denn je ein tiefgreifender Einschnitt in das Leben der Frauen. Denn noch nie in der Geschichte war es so selbstverständlich, dass auch eine Frau sich selbst verwirklicht, indem sie einen Beruf ausübt. Dann kommt das erste Kind und mit ihm diverse noch nie dagewesene Konflikte. Vor allem die Doppelbelastung oder vielmehr Dreifachbelastung Haushalt, Kind, Beruf bringt die Krisen mit sich, die nicht selten zur Trennung des Elternpaares führen. Denn in vielen Beziehungen ist zwar klar, dass die Frau wieder arbeitet nach der Babypause, weniger klar ist allerdings, dass Haushalt und Kinderbetreuung dann tatsächlich geteilt werden müssen zwischen den Partnern. Die Rollen werden neu definiert, passend für die heutige Zeit. Und innerhalb dieser neuen Rollen sollen Frauen nicht männlich und Männer nicht weiblich werden. Und was ist eigentlich typisch männlich und typisch weiblich?

Noch in den fünfziger Jahren waren die Rollen von Mann und Frau recht klar abgesteckt. Frauen in Machtpositionen waren bestaunte Exotinnen. Arbeitende Frauen waren überhaupt noch in der Minderheit. Im Jahr 1958 wurde gesetzlich beschlossen, dass Frauen auch ohne Zustimmung ihres Mannes arbeiten gehen durften, sofern sie den Haushalt nicht vernachlässigten. Jedoch erst 1977 durfte der Ehemann seiner Frau nicht mehr in ihrem Namen den Job kündigen. Selbst das Wahlrecht für Frauen war noch recht jung: in Deutschland 1919, in Frankreich zum Beispiel erst 1944 eingeführt. Die Mutterschaft war noch das Selbstverständlichste der Welt, der Einschnitt ins Leben der Frau durchaus nicht gering, aber da weniger Konflikte mit den anderen Rollen der Frau auftraten, da es andere Rollen nicht gab, weniger schwierig.
Dann begann der große Sturm der Emanzipationsbewegung mit all den Irrungen und Wirrungen, die zu einer Revolution gehören. Im Gewühl des Zeitgeschehens der sechziger und siebziger Jahre tummelten sich wunderbar mutige Frauenrechtlerinnen genauso wie verbissene Emanzen. Nötig waren sie alle und was sie erkämpft haben, kommt uns Frauen heute zu Gute. Nun haben wir eine Bundeskanzlerin und über 50% weibliche Studierende an den Universitäten. Diese allerdings bekommen keine Kinder mehr (40% der deutschen Akademikerinnen): die Kehrseite der Medaille eben.
Aufgescheucht von apokalyptisch (more…)

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Interview: Gesellschaft, Interview: Liebe und Leben | 3 Kommentare

Vlog, Videoblog: James Nachtwey : Kriegsfotograf

Tuesday, 6. February 2007

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Interview: James Nachtwey (Quicktime-Video)

James Nachtwey: War Photographer

Man sagt, als Kriegsfotograf werde man entweder zynisch oder heilig. Wenn es tatsächlich nur diese zwei Formen der Existenz als Kriegsfotograf geben sollte, so gehört James Nachtwey zu den Heiligen. Nachtwey, ein großer, eleganter Mann, wirkt inmitten der Schrecken, die er fotografiert, als wäre er von einer Aura der Unberührbarkeit umgeben. Er war überall, wo in den letzten Jahrzehnten Krieg herrschte und Gräueltaten verübt wurden: Somalia, Sudan, Bosnien, Ruanda, Tschetschenien, Kosovo, Indonesien, Afghanistan, Libanon, Israel, Irak und noch in vielen weiteren Ländern. Und natürlich ist er keineswegs unberührbar. Mehrfach wurde er schwer verletzt, vielfach streckten ihn Krankheiten nieder. Was ihn dennoch antreibt, immer weiter zu machen, ist der feste Glaube, etwas bewirken zu können mit seinen Bildern. Nachtwey ist überzeugt von der Wirkung der Bilder und hat nie aufgehört zu hoffen, Krieg, Hunger, Armut auf diese Weise bekämpfen zu können.

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James Nachtwey. Tschetschenien. 1996 – Ruinen im Zentrum von Grozny. (more…)

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Interview: Gesellschaft, Interview: Kunst und Kultur, Interview: Liebe und Leben, Interview: Politik | 6 Kommentare

Interviews mit Fotografen, freien Geistern …

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