Vlog, Videoblog: Mutterschaft ° Trennung ° Alleinerziehung

6. March 2007

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Interview mit Jana (Quicktime-Video)

Statistisches

Im Jahr 2005 gab es in Deutschland 2,6 Millionen Alleinerziehende, 15% mehr als im Jahr 1996. Von diesen 2,6 Millionen sind 87% Frauen und 13% Männer. Das ergab der Mikrozensus („kleine Volkszählung“) des Statistischen Bundesamtes Deutschland aus dem Jahr 2005. Bei der Zuerkennung des Status alleinerziehend ist es unerheblich, ob beide Elternteile sorgeberechtigt sind. Vielmehr geht es in der Befragung um die alltägliche Lebenssituation. Der Wochenendpapa oder die Wochenendmama hebt somit nicht den Status der Alleinerziehung des jeweiligen anderen Elternteils auf.
Die Gründe für das Leben mit Kind ohne Partner sind meistens Trennung bzw. Scheidung oder Verwitwung. Ein geringer Anteil kam erst gar nicht bis zur Partnerschaft, sondern blieb gleich mit dem Kind allein.
Gleichzeitig ist eine Entwicklung zu beobachten, die eventuell Rückschlüsse auf die Gründe dieser Tendenz zulässt. Denn nicht nur die Zahl der Alleinerziehenden steigt, sondern auch die der nichtehelichen Lebensgemeinschaften mit Kindern. Seit April 1996 ist ein Anstieg um 28% auf 306 000 zu beobachten. Die Eheschließungen dagegen sinken.

Der Traum vom Glück

Dies könnte bedeuten, dass sich Paare ohne Trauschein leichter oder leichtfertiger trennen und die Ehe eine Familie tatsächlich stabiler macht. Offenbar hat der heutzutage oft belächelte Trauschein eine nicht zu unterschätzende bindende Wirkung auf die Partner. Die Ehe als Institution ist keineswegs überholt und absolut sinnvoll.
Was aber, wenn eine Trennung den Eltern als einzige Lösung erscheint? Was sind die Gründe? Wie geht es dann weiter?
Definitiv ist es so, dass sich heutzutage wesentlich schneller getrennt wird, als das noch in der Generation unserer Eltern der Fall war. Emanzipation und Gesetzesänderungen machen es möglich. Das sich hartnäckige haltende Ideal des lebenslangen Glücks mit einem Partner führt dazu, dass Paare sich trennen, wenn sie sich nicht mehr glücklich miteinander fühlen. Zudem möchte sich jeder so weit es eben geht selbst verwirklichen, sich weiter entwickeln neben dem anderen oder mit dem anderen und dennoch ganz viel Gemeinsames behalten. Die Anforderungen und Erwartungen an die Paarbeziehung sind unermesslich hoch. Das ist nicht per se schlecht, denn es treibt voran, zwingt die Partner zum immerwährenden Bemühen und Arbeiten an sich selbt. Nur müssen diese romantischen Vorstellungen hin und wieder den harten Fakten des Alltags angepasst werden. Besonders die Geburt eines Kindes ändert das Leben radikal. Die Partner sind von einem Tag auf den anderen vor unendlich viele neue Aufgaben gestellt und die beschauliche Zweisamkeit ist beendet. Der jeweils eigene Egoismus muß überwunden werden und das schafft Konflikte auf allen Ebenen. Wenn Kinder kommen, muß jemand zu Hause bleiben und sich um das Kind kümmern und im ersten Lebensjahr des Kindes ist das idealerweise natürlich die Mutter, schon deswegen, weil sie stillt. Wer also kümmert sich wie viel um das Kind, wer macht was im Haushalt, wie erzieht man die Kinder, diese Dinge sind zu klären.
Und wenn Kinder da sind, sollten sich Mann und Frau nur trennen, wenn die Gründe derart schwerwiegend sind, dass ein Zusammenbleiben für das Kind schlechter wäre als die Trennung. Außerdem sollten sich alle von der Idee befreien, dauernd glücklich zu sein. Ganz schlicht formuliert: Man kann nicht alles haben! Liebe, Sex, Kinder, Freizeit, Freunde, Karriere, kulturelle Erlebnisse und möglichst alles immer. Es ist erstaunlich, wie hoch die Ansprüche an das Leben sind.
Befragt man Menschen, die schon ein Leben miteinander geteilt haben, so gibt es meistens den einen gemeinsamen Nenner: Freud und Leid gehören zusammen und der Zustand des Glücklichseins kann kein permanenter sein. Dies scheint eine Erfahrung zu sein, die nur unzureichend an uns jüngere Generation weitergegeben wurde. Es ist ein Traum, eine Utopie und zwar eine, die ins Unglück führt. Denn häufig wiederholt sich in der nächsten Beziehung das gleiche Prinzip wieder: Wenn man nicht mehr glücklich zusammen ist, Trennung, nächster Partner und so weiter und so fort. Dabei ist die Erkenntnis des Unsinns dieser Lebensart mittlerweile sogar in den Frauenzeitschriften angekommen, dem eigentlichen Hort der Verkündigung der Möglichkeit des dauernden Glücks von der Geburt bis zum Tod. So sagte ein Psychater und Psychotherapeut der Brigitte: „Mich erstaunt immer wieder, wie hartnäckig sich trotz aller Unglücksbotschaften auch bei kritischen und gebildeten Männern und Frauen die Vorstellung hält, Liebe und andauerndes Glück seien eng aneinander gekoppelt.“
Das soll allerdings nicht heißen, dass ein Zusammenbleiben auf Gedeih und Verderb der ultimative Lebensweg ist. Aber: Trennungen sollten reiflich überlegt sein und nichts sollte unversucht bleiben, um eine andere Lösung zu finden. Für sich selbst und für die Kinder.

Die Trennung und das Danach

Für die Kinder ist die Trennung der Eltern immer ein Schock, verbunden mit einem Schmerz, der lange anhält. Dessen muß sich ein Elternpaar bewusst sein. Man trägt die Verantwortung für die Kinder und deren körperliche und seelische Gesundheit. Sollte aber kein anderer Weg als der einer Trennung gefunden werden, so sollten sich die Eltern bestenfalls auf vernünftige Regelungen einigen. Da finden sich zum Beispiel im Online-Familienhandbuch die Wünsche der Trennungskinder an die Eltern. Einige dieser Anliegen heißen: Helft mir, zu dem Elternteil, bei dem ich nicht ständig bin, Kontakt zu halten. Redet miteinander wie erwachsene Menschen. Seid nicht traurig, wenn ich zum anderen gehe. Gebt mich nicht wie ein Paket vor der Haustür des anderen ab. Vergeßt nie, ich bin das Kind von euch beiden. Klingt banal, ist es aber nicht.

Wir haben eine junge Mutter besucht, die mit 16 Jahren ihren Freund Christian kennenlernte, mit 20 die gemeinsame Tochter Ronja zur Welt brachte und sich mit 24 Jahren von Christian trennte. Heute ist sie 28 Jahre alt, studiert Tanzpädagogik und sieht ihre Tochter nur am Wochenende. Wie sie jetzt über alles denkt, erzählt Jana in unserem Interview.

Film ab!

Daniela Krien

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Ein Kommentar zu “Vlog, Videoblog: Mutterschaft ° Trennung ° Alleinerziehung”

  1. 01

    sehr schön! zart, zurückhaltend, schön photographiert! interessant. amadelio braucht keinen ben lewis film.

    UN:F [1.7.9_1023]
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    burkhard am 6. March 2007 um 15:38
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