Vlog, Videoblog: Zoltan Jokay : Poesie des Alltäglichen

16. April 2007

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Interview mit Zoltan Jokay, Fotograf (Quicktime-Video)

Poesie des Alltäglichen

„Irgendwann hat jemand meine Bilder Kunst genannt“, sagt Zoltan Jokay über seine eigenen Arbeiten. Es steckt in dieser Aussage eine Bescheidenheit, die ihn als Mensch und Fotograf auszeichnet. Seine Haltung gegenüber dem Leben und den Menschen, denen er begegnet, ist völlig unprätentiös und eben das spiegeln die Bilder wieder.
Zoltan Jokay fotografiert Menschen in ihren alltäglichen Lebenssituationen. Keiner der Abgebildeten taugt als gewohnte Projektionsfläche der f_2007_zoltan_jokay21fi.jpgHochglanzmagazine; es sind einfach Menschen, wie man sie tagtäglich auf den Straßen trifft. Man glaubt, nach dem Betrachten der Bilder, einen Teil der Geschichten zu kennen, die hinter den vielen Gesichtern stecken. Jokay schafft für den Moment des Fotografierens eine unglaubliche Nähe, wenn auch eine flüchtige. Und weil die Menschen, die er abbildet, sich im Moment der Nähe öffnen und einen Teil ihrer selbst bereit sind zu zeigen, sich also auch verletzlich machen, berühren die Bilder von Zoltan Jokay. Vor allem die Bilder der Kinder tragen einen ganz besonderen Zauber in sich. Die viel gepriesene kindliche Unbeschwertheit sieht man in den Gesichtern dieser Kinder nicht, wohl aber eine Ernsthaftigkeit und vereinzelt auch Schwermut oder Melancholie, die dem Wesen des Kindes doch noch fremd sein sollte. Zoltan Jokay zeigt eine Seite des Kindseins, die leise ahnen lässt, dass auch Kinder schon die Schwere fühlen, die ein volles Leben mit sich bringt, ohne sich darüber bewusst zu sein.

Zoltan Jokay hat ein großes Interesse an anderen Menschen. Das Fotografieren des Fremden ist aber immer auch Arbeit an sich selbst und Lernen über sich selbst, denn „nichts definiert das Eigene verlässlicher als das Fremde, von dem es sich abgrenzt.“ (Dirk Baecker: Wozu Kultur?)
Jokays Bilder von der Würde eines jeden Menschen sind Kunstwerke, weil sie berühren und weil sie sich – frei nach Hegel – an die Wahrheit, das heißt an die absolute Idee, annähern. (Hegel meinte, die Wahrheit selbst könne nicht erreicht werden, nur immer die der menschlichen Entwicklungsstufe entsprechende.)
Zudem machen sie nachdenklich und erweitern unsere Erfahrung und das sind, wie Kant in seiner „Kritik der Urteilskraft“ schreibt, notwendige Eigenschaften eines Kunstwerkes.
Nun sind das Sätze, die Zoltan Jokay selbst wohl nicht gern hört oder liest, denn seine Meinung zum Thema Kunst ist geprägt von derselben Offenheit und Toleranz, die er den Menschen gegenüber bringt, die er fotografiert. Genaueres erfahren Sie in unserem Interview.
Film ab!

Daniela Krien
Zoltan Jokay. 102 – 2003, München. erwachsen werden.

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2 Kommentare zu “Vlog, Videoblog: Zoltan Jokay : Poesie des Alltäglichen”

  1. 01

    [...] Interview mit Zoltan Jokay (Quicktime-Video)  [...]

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  2. 02

    [...] http://www.amadelio.de/vlog/2007/04/16/vlog-videoblog-zoltan-jokay-poesie-des-alltaeglichen/ Tags » Autor: dirk Datum: Samstag, 1. August 2009 22:35 Themengebiet: vomkünstlerseinundwerden Diesen Artikel kommentieren [...]

    anklicken… | am 1. August 2009 um 20:35
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