Tanyth Berkeley: Survivor

26. October 2009

header_tanyth.jpg

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.

Interview mit Tanyth Berkeley: Quicktime-Video

OFFICIAL FILMWEBSITE: PEOPLE * LOVE * PHOTOS (A film about 4 American Photographer)

New York ist ein Magnet, der Inbegriff all dessen, was großstädtisches Leben verlockend macht: Geschwindigkeit, Freiheit, Fülle an Möglichkeiten, Kunst und Kultur. New York ist sexy, entgegen allen Behauptungen, diese Stadt sei in ihrer Attraktivität längst abgelöst worden von anderen Metropolen. Wer New York besucht, spürt noch immer das große Versprechen, den amerikanischen Traum.

f_2009_tanyth_berkeley_024.jpg

Photo courtesy of Tanyth Berkeley.

Tanyth Berkeley lebt in New York. Die junge Fotografin, unlängst mit einer eigenen Show im MOMA vertreten, lebt und atmet im Rhythmus ihrer Stadt. Wenn sie mit ihrer Kamera durch die Straßen Brooklyns zieht, scheint es, als sei dies und nichts anderes ihr natürlicher Lebensraum, als hörte sie nicht den ohrenbetäubenden Lärm der subway, als bemerkte sie nicht den Abgasgeruch der Autokolonnen, als sähe sie nicht die zerstörten Gesichter so einiger Menschen, die ihren Weg kreuzen.

f_2009_tanyth_berkeley_010.jpg

Photo courtesy of Tanyth Berkeley.

Der Schein täuscht. Sie sieht, atmet und spürt diese Stadt in ihrer unermeßlichen Widersprüchlichkeit und sie faßt sie in Bilder: Menschenbilder. Auf ihren großformatigen Fotografien sind vor allem jene Menschen zu sehen, die auf den ersten Blick wie Verlierer wirken, wie Gescheiterte, zerbrochen an dieser Stadt, verloren in der Einsamkeit der anonymen Masse, verzweifelt an der Nichterfüllung großer Erwartungen. Noch immer gilt: Lupus est homo homini. Die Menschen auf Berkeleys Bildern sind davon Gezeichnete. Sie tragen die unübersehbaren Spuren des modernen Kampfes um einen angemessenen Platz in einer Gesellschaft, die von jenem Prinzip beherrscht wird, das Charles Darwin “survival of the fittest” nannte. Es sind Gesichter, in denen Enttäuschung, Sorge und Einsamkeit genauso stehen wie Mut und Hoffnung. Diese Bilder bedienen keine Klischees, sie sind in beide Richtungen deutbar. Sie folgen einer streng ästhetischen Dialektik: Schönheit und Häßlichkeit, Trostlosigkeit und Freude, Verzweiflung und Hoffnung. Tanyth Berkeley fotografiert Überlebende eines Kampfes, der nicht mit groben Waffen ausgefochten wird, sondern mit den subtilen Mitteln einer hochdifferenzierten postmodernen Gesellschaft.

Daniela Krien

VN:F [1.7.9_1023]
Rating: 5.9/8 (3 votes cast)
Tanyth Berkeley: Survivor5.983

  • Share/Bookmark

LINE OF BEAUTY AND GRACE

A documentary about Jock Sturges


amadelio

About the film

Watch the trailer

Buy the DVD



Interview: Fotograf, Interview: Gesellschaft, Interview: Kunst und Kultur, Interview: Liebe und Leben, Interviews | Kommentare | Trackback Zum Seitenbeginn springen

Ein Kommentar zu “Tanyth Berkeley: Survivor”

  1. 01

    Hier ist noch ein Review auf Photography Collection:

    http://universalphoto.blogspot.com/2009/09/von-sehnsuchten-und-der-lust-der.html

    UA:F [1.7.9_1023]
    Rating: 0.0/5 (0 votes cast)
    Daniela Krien am 16. November 2009 um 12:07
    Zum Seitenbeginn springen

Kommentar schreiben

  •  
  •  
  •  

Verfolge neue Kommentare zu diesem Beitrag mit diesem Kommentar-Feed.

Interviews mit Fotografen, freien Geistern …