Archiv für die Kategorie 'Interview: Kunst und Kultur'
Monday, 11. June 2007

Interview mit Prof. Klaus Honnef (Quicktime-Video)
Interview mit Prof. Klaus Honnef (Flash-Video-XL)
Bernd und Hilla Becher
Die wohl einflussreichsten Lehrer und gleichzeitig Künstler auf dem Gebiet der Fotografie waren und sind in Deutschland das Ehepaar Bernd und Hilla Becher. Man nennt sie wie selbstverständlich als Einheit und tatsächlich arbeitet das Paar nun schon seit über 40 Jahren gemeinsam an ihren Bildern von Industriegebäuden. Mit ihnen begann die Geschichte der deutschen Kunstfotografie erneut.
Ihre Kunst gilt als konzeptuelle Kunst und eines der zugrunde liegenden Konzepte ist die Erstellung von Typologien. Das bedeutet, jede Industrieanlage bzw. jeder Bau wird nicht nur einmal, sondern mehrmals aus verschiedenen, vorher festgelegten Winkeln fotografiert. So entstehen Sammlungen an Bildern über ein Thema, die an die Herangehensweise von August Sander erinnern, nur dass es sich bei den Bechers um spezielle Objekte der Industriegeschichte und nicht um Menschen handelt.

Bernd und Hilla Becher. Water Towers. 1999.
Die Sammlung dieser Fotografien ist einzigartig (more…)
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Tuesday, 5. June 2007

Feature über Thomas Olbricht (Quicktime-Video)
Feature in English (Quicktime-Video)
Die Leidenschaft des Kunstsammlers
Das Sammeln ist eine Leidenschaft und – oder – die Kompensation eines Mangels, wie Sigmund Freud behauptete. Welcher Mangel dies ist, das wird wohl ein wohlbehütetes Geheimnis eines jeden Sammlers bleiben. Neben den kühl kalkulierenden Sammlern, die immer auch den Kunstmarkt und die Wertsteigerung der erworbenen Kunstobjekte im Sinn haben, gibt es die Sammler, die tatsächlich aus reiner Freude an der Kunst sammeln und denen es gleichgültig ist, ob ein Werk als Geldanlage taugt. Deren Neuerwerbungen erfolgen meist rein intuitiv und einige von ihnen haben das Sammeln von Kunst zum Lebensinhalt gemacht.
Aber, um das Thema noch etwas zu intensivieren, man findet noch weitere Gründe, Kunst zu kaufen. So nannte Christina Karasek in ihrem 2004 erschienenen Buch „Künstler machen? Aspekte des Kunstmarktes.“ sechs verschiedene Gründe:
1. Finanziell ausgerichtete Bedürfnisse
2. Dekorative Bedürfnisse
3. Signalisieren einer Gruppenzugehörigkeit
4. Ästhetisches Erlebnis
5. Weltanschauliche Erfahrung
6. Kunstförderung

John Issacs. Thinking about It. 2002 (more…)
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Tuesday, 29. May 2007

Interview mit Ondrej Drescher (Quicktime-Video)
Rainer Maria Rilke: Das Buch von der Armut und vom Tode (Auszug)
Vielleicht, daß ich durch schwere Berge gehe
in harten Adern, wie ein Erz allein;
und bin so tief, daß ich kein Ende sehe
und keine Ferne; alles wurde Nähe
und alle Nähe wurde Stein.
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Monday, 14. May 2007

Feature über Mona Breede (Quicktime-Video)
Die Kunst der Fotografie
Ist Fotografie Kunst? Warum sollte das mechanische Aufzeichnen von Lichtbildern denn Kunst sein? Diese Frage bewegt jene Menschen, die sich mit Kunst auseinandersetzen schon seit den ersten Anfängen der Fotografie. Im Jahr 1856 verfaßte C. R. Wigand eine Abhandlung „Über den Kunstwerth eines photographischen Porträts“ und beklagte darin den Mangel an Geist und Leben in den Bildern. So schreibt er darin: „Die vielen Tausende von Porträten, welche diese Eigenschaften mangeln, zeigen, dass nicht die Photographie an diesen Mängeln Ursache ist, sondern der Photograph selbst – es ist nun an der Zeit, mit Geist zu arbeiten, um dem Publikum den Unterschied kennen zu lehren.“ Das heißt nichts anderes, als dass Fotografie durchaus Kunst sein kann, wenn es ihr gelingt, Bilder zu schaffen, die berühren, entweder den Verstand oder das Gefühl – am besten natürlich beides. Und nicht das Medium ist entscheidend, sondern der Künstler. Nicht die Kamera schafft das Kunstwerk, sondern der Fotograf, mit all seinen Gedanken, Ideen und Erfahrungen. Oder mit den Worten Man Rays: „Es ist der Mensch, welches Medium er auch immer benutzt, der das Kunstwerk zum Kunstwerk werden lässt.“

Mona Breede. Life Line. 2006. (more…)
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Tuesday, 8. May 2007

Interview mit Morten Schuldt-Jensen (Quicktime-Video)
Um die Gesellschaft, in der wir leben, zu charakterisieren, ist es sinnvoll zur Beschreibung Beispiele aus den verschiedenen Teilbereichen heranzuziehen. Eine Möglichkeit ist, zu sagen, wir sind eine Konsumgesellschaft. Das allgemeine Konsumverhalten finden wir schließlich nicht nur in unseren exorbitanten Konsumoasen wieder, sondern unter anderem auch in den Beziehungen zwischen Menschen, in der Freizeitgestaltung oder eben auch in der Musik.
„Laut und schön“ muß es sein, um ausverkaufte Konzertsäle zu garantieren. Bildgewaltig und irgendwie sensationell. Stars dürfen nicht fehlen, am besten natürlich schöne Frauen. Allen voran die derzeitige Gallionsfigur der Oper: Anna Netrebko. Und am Ende muß laut „Bravo“ geschrien werden, auch im sonst gefühlsmäßig eher zurückhaltenden Deutschland. Aber wenn eine so schöne Frau ein so langes hohes C singt… (more…)
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Monday, 16. April 2007

Interview mit Zoltan Jokay, Fotograf (Quicktime-Video)
Poesie des Alltäglichen
„Irgendwann hat jemand meine Bilder Kunst genannt“, sagt Zoltan Jokay über seine eigenen Arbeiten. Es steckt in dieser Aussage eine Bescheidenheit, die ihn als Mensch und Fotograf auszeichnet. Seine Haltung gegenüber dem Leben und den Menschen, denen er begegnet, ist völlig unprätentiös und eben das spiegeln die Bilder wieder.
Zoltan Jokay fotografiert Menschen in ihren alltäglichen Lebenssituationen. Keiner der Abgebildeten taugt als gewohnte Projektionsfläche der
Hochglanzmagazine; es sind einfach Menschen, wie man sie tagtäglich auf den Straßen trifft. Man glaubt, nach dem Betrachten der Bilder, einen Teil der Geschichten zu kennen, die hinter den vielen Gesichtern stecken. Jokay schafft für den Moment des Fotografierens eine unglaubliche Nähe, wenn auch eine flüchtige. Und weil die Menschen, die er abbildet, sich im Moment der Nähe öffnen und einen Teil ihrer selbst bereit sind zu zeigen, sich also auch verletzlich machen, berühren die Bilder von Zoltan Jokay. Vor allem die Bilder der Kinder tragen einen ganz besonderen Zauber in sich. Die viel gepriesene kindliche Unbeschwertheit (more…)
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