Tuesday, 5. June 2007

Feature über Thomas Olbricht (Quicktime-Video)
Feature in English (Quicktime-Video)
Die Leidenschaft des Kunstsammlers
Das Sammeln ist eine Leidenschaft und – oder – die Kompensation eines Mangels, wie Sigmund Freud behauptete. Welcher Mangel dies ist, das wird wohl ein wohlbehütetes Geheimnis eines jeden Sammlers bleiben. Neben den kühl kalkulierenden Sammlern, die immer auch den Kunstmarkt und die Wertsteigerung der erworbenen Kunstobjekte im Sinn haben, gibt es die Sammler, die tatsächlich aus reiner Freude an der Kunst sammeln und denen es gleichgültig ist, ob ein Werk als Geldanlage taugt. Deren Neuerwerbungen erfolgen meist rein intuitiv und einige von ihnen haben das Sammeln von Kunst zum Lebensinhalt gemacht.
Aber, um das Thema noch etwas zu intensivieren, man findet noch weitere Gründe, Kunst zu kaufen. So nannte Christina Karasek in ihrem 2004 erschienenen Buch „Künstler machen? Aspekte des Kunstmarktes.“ sechs verschiedene Gründe:
1. Finanziell ausgerichtete Bedürfnisse
2. Dekorative Bedürfnisse
3. Signalisieren einer Gruppenzugehörigkeit
4. Ästhetisches Erlebnis
5. Weltanschauliche Erfahrung
6. Kunstförderung

John Issacs. Thinking about It. 2002 (more…)
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Monday, 22. January 2007

Interview: Harald Falckenberg. Kunstsammler. Quicktime-Video
Der private Sammler
Sammeln ist eine Leidenschaft oder auch, frei nach Freud, eine Ersatzhandlung – zurückzuführen auf die Ablösung des Kindes von der Mutter. Und wenn die Zeit der Kuscheltiere vorbei ist, kann das ausgewachsene Kind Briefmarken oder im besten Fall Kunst sammeln. Wenn ein Privatmann Kunst sammelt, aus welchem Grund auch immer, befindet er sich im Vergleich zu institutionellen Sammlern in einem großen Vorteil. Er kann seinem Gefühl folgen, aus dem Bauch heraus Entscheidungen treffen. Er ist keinem Rechenschaft schuldig, selbst wenn er sich zum Kauf von Grenzwertigem entschließt: Obszönes, Pornographisches, Gewalttätiges – wohlgemerkt: in einem künstlerischen Kontext. Die Sammlungen privater Kunstliebhaber sind oftmals spannender und vielseitiger als die Sammlungen irgendwelcher Sparkassenstiftungen, die sicher keinen Jonathan Meese entdeckt hätten. Wenngleich mutige Einkäufer nicht immer gleichzeitig auch Qualität einzuschätzen in der Lage sind, so sind sie doch ein überaus bedeutsamer Bestandteil des Kunstmarktes.

Gerhard Richter. Fiktion/Fiction. 1976.
Harald Falckenberg, Anwalt und privater Sammler, lebt in Hamburg. In seiner 6000 qm großen Ausstellungs- und Lagerhalle finden sich wahre Schätze der modernen und postmodernen Kunst. Joseph Beuys, Keith Haring, Gerhard Richter, Nam June Paik, Martin Kippenberger, Jonathan Meese sind nur eine Auswahl der Künstler, deren Werke Falckenberg sein Eigen nennen darf. Mit 50 Jahren begann er mit dem Sammeln und sicherlich wird er nicht mehr aufhören damit.
Der kindliche Künstler
Sicherlich ist es für einen Künstler unentbehrlich, sich ein kindliches Element (more…)
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Interview: Gesellschaft, Interview: Kunst und Kultur, Interview: Kunstsammler, Interview: Liebe und Leben, Interviews |