Arthur Rimbaud - Die Bettelkinder

Heinrich Zille.
“Um das helle Kellerfenster gesteckt,
auf den Hintern gehockt und die Hälse gereckt,
schwarz im Schnee und der Nacht,
sehn auf den Knien fünf Kleine - o Not!
wie das schwere blonde Brot
der Bäcker macht;
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wie der weiße Arm die Masse schlägt,
zu einem hellen Loche trägt.
Und stille horchen sie,
wie das Knistern des Brotes zu ihnen dringt.
Der Bäcker lächelt breit und singt
eine alte Melodie.
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Stumm kauern sie da, es rührt sich nicht eins
beim Hauch des roten Feuerscheins,
der warm wie Blut.
Da, für irgendeinen Mitternachtsschmaus,
hebt man in Kuchen das Brot heraus,
braun und gut.
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Unter dem rauchigen Balken linde
singt die duftende, zarte Rinde
leise wie Grillen;
und dies leuchtende Loch strömt neues Leben,
daß sie unter den Lumpen mit seligem Beben
ihre kleinen Herzen fühlen.
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Sie fühlen sich neu belebt und erweckt,
diese Jesukindlein, vom Rauhreif bedeckt,
und es beben
die kleinen Mündchen, die fest sich legen
ans Gitter, und die sich leise bewegen
zwischen den Eisenstäben.
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Ganz leise sagen Gebete sie her,
hingeneigt zu dem offenen Himmelsmeer,
dem flutenden Feuerschein,
so brünstig, daß sie die Hosen zerrissen -
und die Hemdlein flattern dünn und zerschlissen
im Wintersturmdräun …”
Arhur Rimbaud
Arthur war 15 Jahre alt, als er dieses Poem schrieb.
Zusammengetragen von Lazar
Über diesen Artikel
Du liest gerade “Arthur Rimbaud - Die Bettelkinder,” einen Artikel aus unserem Weblog: Texte zur Kunst
- Publiziert am:
- 06.23.06 / 1pm
- Kategorie:
- Poesie, Fotografie
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