Araki Nobuyoshi: Tokyo 1969 - 1972 ° 1973

Es ist wohl der Untergrund, das vermeintlich Unsichtbare, was Araki Nobuyoshi so sehr fasziniert. Eines seiner frühen Werke, die kürzlich in der Pinakothek der Moderne als aus 28 Diptychen bestehende Bildserie gezeigt wurden, macht diese Beschäftigung Arakis sichtbar. In jedem oberen Bild eines jeden Diptychons werden Menschen an einer Tokyoter Kreuzung in einer alltäglichen Situation gezeigt. Im jeweils unteren Bild hat Araki Liebespaare, junge Frauen und Bordellszenen fotografiert. Der heutige Mensch hat eine Oberfläche erschaffen, die so unaufgeregt wirkt, daß man fast darüber vergisst, welche Energien in den Menschen verborgen sind. Arakai aber holt sie hervor.

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Araki Nobuyoshi.

An diesem Phänomen arbeitet unter anderem Haruki Murakami in einer vergleichbaren Weise (siehe unten). Er versucht, ähnlich wie Nobuyoshi Araki hinter die Fassade des modernen Menschen zu blicken und leuchtet mit seiner Sprache die Untiefen des modernen Lebens aus.

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Zurück zu Arakis Bildern: Abschließend, denke ich, erfasst einen immer der Gedanke an das Unschuldige, scheinbar Friedliche. Welchen Zusammenhang sollte man finden, vergleicht man das obere mit dem unteren Bild des jeweiligen Diptychons? Sind das ein und dieselben Menschen, die da friedlich an der Kreuzung stehen und in den unteren Bildern in den schummrigen Ecken der Stadt, in den abgedunkelten Separés der Bordelle ihre kleinen Rasereien pflegen? Ja, natürlich, und dies ist die ewige Geschichte der Schizophrenie der bürgerlichen Gesellschaft.
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Araki Nobuyoshi.

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Araki Nobuyoshi.

Nachtrag: Wir haben jetzt auf unserem Videoblog ein hervorragendes Interview mit Araki (sowie Björk): Quicktime-Video ° Film ab °

Euer Lazar

Gefährliche Geliebte von Haruki Murakami
In dem Roman Gefährliche Geliebte (jap. ????????? kokky? no minami, taiy? no nishi, 1992, dt. 2000) geht es um die Liebe und Leidenschaft, die den verheirateten Jazzbarbesitzer Hajime an seine nach Jahren wiedergefundene Kinderliebe Shimamoto bindet. Bei der Besprechung des Buchs in der Sendung “Das literarische Quartett” kam es zum Eklat, als Marcel Reich-Ranicki seiner Kollegin Sigrid Löffler bei der Besprechung des Buchs vorwarf, sie verreiße erotische Literatur grundsätzlich. Frau Löffler erklärte, daß Murakami, der immerhin als kommender Nobelpreisträger gelte, hier einen schlechten und oberflächlichen Roman geschrieben habe, der sich durch ein hohes Maß an Vulgarität auszeichne. Im Anschluss an diese öffentliche Auseinandersetzung verließ Frau Löffler die Sendereihe.
Auszug aus Wikipedia.

Nun, wir wissen alle, wie Frau Löffler als Staatsliteraturvorsitzende agiert. Somit ein Gruß an das erstarkte Mittelmaß.


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