Mathilde Wesendonck: Der Engel

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Giovanni Lorenzo Bernini. Kniender Engel. 1673/74.

Der Engel

In der Kindheit frühenTagen

Hört’ ich oft von Engeln sagen,

Die des Himmels hehre Wonne

Tauschen mit der Erdensonne,

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Daß, wo bang ein Herz in Sorgen

Schmachtet vor der Welt verborgen,

Daß, wo still es will verbluten,

Und vergehn in Tränenfluten,

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Daß, wo brünstig sein Gebet

Einzig um Erlösung fleht,

Da der Engel niederschwebt,

Und es sanft gen Himmel hebt.

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Ja, es stieg auch mir ein Engel nieder,

Und auf leuchtendem Gefieder

Führt er, ferne jedem Schmerz,

Meinen Geist nun himmelwärts.

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Dieser wundervolle Poem ist von Mathilde Wesendonck, auch bekannt unter “Wesendonck-Lieder”. Das gesamte Konvolut diente Richard Wagner als textliche Vorlage für “Tristan und Isolde”.

In Ehrerbietung: Lazar


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