Rineke Dijkstra - abseitige Anmut

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Rineke Dijkstra. Israel. 2000.
Rineke ist in der Tradition der Menschenfotografen und hat in den letzten Jahren einen großartigen Aufstieg durchlebt und mitnichten die niederländische Fotografie in neue ungeahnte Höhen gehieft.

Begonnen hat Rineke Dijkstra mit Portätserien über Matadore. Darauf folgten immer in Portfolios abgezirkelte Arbeiten, wie z. B. Frauen nach der Geburt, Soldaten und Soldatinnen in Israel, junge Menschen im Tiergarten. Alle Portfolios sind in künstlerischer Hinsicht beseelt, bei dem Zyklus über die israelischen Soldaten sind Schwächen im Bildaufbau und in der Lichtführung zu bemerken. Diese Schwächen sind mitunter in der Aufnahmesituation zu suchen, da Rineke Dijkstra sicherlich in einer hohen emotionalen Spannung diese Bilder erstellt hat.
Bei Wikipedia wird ein Vergleich zu August Sander gezogen, der aber vollkommen falsch ist. Man kann Rineke Dijkstra am ehesten noch in die Tradition von Diane Arbus stellen. Genauso wie Kathy Granan eine direkte Nachfolgerin von Diane Arbus zu sein scheint. Obwohl Katy ziemlich politisch korrekt ist und sich nicht sehr mutig von ihren Vorbildern unterscheidet ist sie auf den ersten Blick gut. Mit der Zeit nutzen sich die Bilder aber schnell ab. Das Sensationelle verschwindet und es bleibt nicht viel übrig.

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Rineke Dijkstra. Odessa, Ukraine. 1992.

Rineke hingegen ist sehr rätselhaft. Sie versucht dieses unbedingte Gleichgewicht zwischen Voyeuerismus und Toleranz, welches in der Menschenfotografie unerlässlich ist, mit viel Achsamkeit in den Bildern, umzusetzen. Sie lässt die Persönlichkeit des Abgebildeten zu, sie vergewaltigt nicht, sie versucht dem fotografierten Menschen die Würde zu lassen.
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Rineke Dijkstra. Tiergarten, Berlin. 2003.

Es erscheint, als wäre die Menschenfotografie derzeit in den Niederlanden in seiner Blüte, wenn man bedenkt, dass neben Rineke Dijkstra nun auch Helen van Meene und Carla van de Puttelaar die Bühnen der fotografischen Kunst erobern.

Euer Lazar


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