Die Poesie des Alltäglichen: Zoltan Jokay

f_2007_zoltan_jokay21fi.jpg

Zoltan Jokay. erwachsen werden. 2003. München.

Interview mit Zoltan Jokay (Quicktime-Video)

Der in Deutschland geborene Ungar Zoltan Jokay, ist sicherlich einer der achtsamsten Menschenfotografen in der mittleren Generation. Behutsam nähert er sich den Menschen und stellt eine berückende Nähe zu den portraitierten Menschen her. Im Unterschied zu vielen anderen Fotografen, die sich mit den Menschen beschäftigt haben, wie zum Beispiel Stefan Moses, Irving Penn oder auch Richard Avedon, die allesamt einen neutralen Hintergrund gewählt haben, beläßt Zoltan Jokay die Portraitierten in der Umgebung. Dies benötigt eine um einiges höhere Konzentration, da man den Hintergrund, seien es Häuser oder Bäume, in das Bild mit einbeziehen muß. Die oben gennanten Fotografen lösten den Menschen immer aus seiner Umgebung und stellten ihn vor einen neutralen Hintergrund. Dies ist als Strategie verständlich, da man versucht eine höhere Konzentration auf den zu fotografierenden Menschen zu erlangen.

Nicht so Zoltan Jokay. Er lernt seine Menschen auf den Straßen, Plätzen und Weggabelungen kennen, und baut sie in seinen Bildern in der jeweiligen Umgebung ein und sorgt damit bei dem Betrachter immer wieder für eine Verblüffung, wie diese unberührbare Harmonie in seinen Bildern zustande kommt. Natürlich bekommen wir als die Betrachter nur eine Endauswahl zu sehen und wissen nicht, wie viele seiner Bilder auf Grund eines unstimmigen Hintergrunds nicht in das öffentliche Licht gelangen.

Letzlich sind die Bilder von Zoltan Jokay eine poetische Beschreibung von alltäglichen Begegnungen und zeigen uns das Leben wie es wahrhaft zu sein scheint oder auch wirklich ist? In jedem Fall berühren sie den aufmerksamen Betrachter und zeigt ihm eine ferne Welt, abseits der Medienwelt, abseits der Starwelt, so als wäre diese Welt des Zoltan Jokay gleich hinter der nächste Straßenecke zu entdecken. Ist sie hinter der nächsten Straßenecke zu entdecken?

Lazar

Hier ist unser gehaltvolles Gespräch mit Zoltan Jokay (Quicktime-Video)


Über diesen Artikel