September 1st, 2007

Gilles Rousselet. Sanders Auge.
August Sander wirkt noch immer wie der Urvater der deutschen Menschenfotografie. Selbst angelsächsischen Fotografen wie Richard Avedon nannten als ihr Vorbild August Sander. Der einzige mit bekannte Menschenfotograf der sich bewußt von ihm distanzierte ist Stefan Moses. Er nannte als einer seiner Vorbilder Irving Penn und nicht August Sander.
Einer der wichtigsten Vorbemerkungen, ist in jedem Fall, das August Sander zeitlebens unbekannt war und überhaupt nicht dem Zeitgeschmack entsprach. Weiterlesen »
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Februar 12th, 2007

Rineke Dijkstra. Israel. 2000.
Rineke ist in der Tradition der Menschenfotografen und hat in den letzten Jahren einen großartigen Aufstieg durchlebt und mitnichten die niederländische Fotografie in neue ungeahnte Höhen gehieft.
Begonnen hat Rineke Dijkstra mit Portätserien über Matadore. Darauf folgten immer in Portfolios abgezirkelte Arbeiten, wie z. B. Frauen nach der Geburt, Soldaten und Soldatinnen in Israel, junge Menschen im Tiergarten. Alle Portfolios sind in künstlerischer Hinsicht beseelt, bei dem Zyklus über die israelischen Soldaten sind Schwächen im Bildaufbau und in der Lichtführung zu bemerken. Diese Schwächen sind mitunter in der Aufnahmesituation zu suchen, da Rineke Dijkstra sicherlich in einer hohen emotionalen Spannung diese Bilder erstellt hat.
Bei Wikipedia wird ein Vergleich zu August Sander gezogen, der aber vollkommen falsch ist. Man kann Rineke Dijkstra am ehesten noch in die Tradition von Diane Arbus stellen. Genauso wie Kathy Granan eine direkte Nachfolgerin von Diane Arbus zu sein scheint. Obwohl Katy ziemlich politisch korrekt ist und sich nicht sehr mutig von ihren Vorbildern unterscheidet ist sie auf den ersten Blick gut. Mit der Zeit nutzen sich die Bilder aber schnell ab. Das Sensationelle verschwindet und es bleibt nicht viel übrig. Weiterlesen »
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November 27th, 2006
Hier ist ein neuer Stern am Himmel der Kunst. Wir haben ein achtsames Interview oder sagen wir besser Gespräch mit Carla van de Puttelaar in Amsterdam geführt. Irgendwo an einem Kay, in einer abseitigen Bibliothek. Und wir haben über die Schönheit des Menschen gesprochen, die zynische Witzkunst (Interieuer-Design) eines Damien Hirst beiseite gelassen und uns den Wurzeln des Menschseins zugewandt. Das Schönste an der Art Schönheit, die Carla van de Puttelaar vertritt: Sie hat ihre Schönheit ganz konservativ mit drei Kindern und einem dazugehörigen Mann verfestigt.
Die hier vorgestellten Bilder sind in ihrer Wohnung in einer kleinen Ecke entstanden. Sie selbst ist in ihrem Auftreten bescheiden, licht und hell.

Carla van de Puttelaar. Untitled. 2006. C-print. Weiterlesen »
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Juli 5th, 2006
Diane Arbus entstammte einer wohlhabenden jüdischen Familie aus New York. Sie kämpfte ihr Leben lang um Annerkennung, da sie mit ihren teils grotesken Bildern viel Unwillen hervorrief. Die meisten der abgebildeten Menschen sind Extreme - Lilliputaner, Transvestiten, Nudisten etc. - allen gemeinsam ist das “freakhafte”, das durch die Aufnahmetechnik noch verstärkt wird. Viele Straßenbilder sind mit dem Blitz noch zusätzlich aufgehellt worden. Also stellen wir uns die kleine Diane vor (sie war sehr zierlich), wie sie mit einer großen Mittelformatkamera durch New York lief (an dieser Kamera war zudem noch ein großer Blitz angebracht und ich glaube, damals in den 50er/60er Jahren des letzten Jahrhunderts waren die Blitze noch sehr groß). Sie muß ein absurdes Bild abgegeben haben.


Diane Arbus.
Im Hintergrund ist das Hausmädchen zu sehen, welches das Mädchen begleitet. In seiner Hand hält das Mädchen eine Plastikgranate.
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