November 27th, 2006
Hier ist ein neuer Stern am Himmel der Kunst. Wir haben ein achtsames Interview oder sagen wir besser Gespräch mit Carla van de Puttelaar in Amsterdam geführt. Irgendwo an einem Kay, in einer abseitigen Bibliothek. Und wir haben über die Schönheit des Menschen gesprochen, die zynische Witzkunst (Interieuer-Design) eines Damien Hirst beiseite gelassen und uns den Wurzeln des Menschseins zugewandt. Das Schönste an der Art Schönheit, die Carla van de Puttelaar vertritt: Sie hat ihre Schönheit ganz konservativ mit drei Kindern und einem dazugehörigen Mann verfestigt.
Die hier vorgestellten Bilder sind in ihrer Wohnung in einer kleinen Ecke entstanden. Sie selbst ist in ihrem Auftreten bescheiden, licht und hell.

Carla van de Puttelaar. Untitled. 2006. C-print. Weiterlesen »
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Oktober 21st, 2006

Leigh Bowery by Fergus Greer.
Leigh war ein Hüne und inszenierte sich in den 1980er Jahren in London als nachtliebendes Schattengewächs, welches sich in monströsen, pompösen Verkleidungen zeigte. Wir, als normal gewandete Menschen, denken nicht daran, dass Kleider zu einem Kunstwerk reichen könnten. Leigh war da anderer Meinung und quälte und erfreute sich und seine Umwelt mit seinen grotesken Pompadouren.
Wäre da nicht Fergus Greer gewesen, so hätten wir als Nachwelt wohl niemals von diesem paradiesischen Vogel gehört, noch etwas gesehen. Darum an Fergus: Vielen Dank!
Euer Lazar
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Oktober 1st, 2006

Michelangelo Buonarroti. Adam und Eva.
Auf diesem weltberühmten Bild Michelangelos sieht man den Penis Adams auf der Höhe des Mundes der Eva. Manch Gelehrter versucht darin den Hinweis darauf zu erkennen, die Sexualität der Menschen hätte die Vertreibung aus dem Paradies verursacht. Vorher aber waren die Schlange und der Apfel…
Michelangelo gilt als das Genie der Malerei. Alle Nachgeborenen erscheinen immer noch als seine “Kinder”. Gerade noch ein Leonardo da Vinci wirkt ebenbürtig. Demzufolge sollte man sich mit Schweigsamkeit und Ehrfurcht seinem Werk nähern, jedoch nicht das Ein oder Andere übersehen. Eine wundervolle Auffälligkeit in seinen Werken ist die Art der Darstellung der weiblichen Körper. Betrachtet man die nackten Frauenkörper, so bemerkt man, dass diese den Männerkörpern sehr ähneln - mit dem einen Unterschied: Er “klebte” ihnen Brüste an. Worauf dies zurückzuführen ist, bleibt Spekulation. Womöglich liegt es an seiner eigenen homoerotischen Neigung und der damit einhergehenden Bewunderung der männlichen Attribute. Es wird wohl eines der großen Rätsel der Kunstgeschichte bleiben.
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August 31st, 2006

Robert Frank von Richard Avedon fotografiert.
Robert Frank ist einer der Titanen der dokumentarischen Fotografie. Sein Werk “The Americans” gilt als ein Meilenstein der dokumetarisch - poetischen Fotografie. Selbst in der ehemaligen DDR kursierten Exemplare seiner Bücher. Für einige Fotografen, so zum Beispiel für Evelyn Richter und Arno Fischer, war Robert Frank, neben Henri Cartier-Bresson, eines der wichtigsten Vorbilder.

Das Buch “The Americans” empfand die damalige Öffentlichkeit als so brisant und schockierend, dass Robert Frank sein Buch erst im guten alten Europa, genauer gesagt bei einem französischen Verleger 1958 veröffentlichen konnte. Erst ein Jahr später wurde es dann in Amerika gedruckt und begründete auch dort seinen Ruhm. Wie oben schon angedeutet, empfinde ich seine Bilder einerseits als stark dokumentarisch und andererseits als ausgesprochen poetisch. Dies ist auch die Mischung, die diese Bilder auf die Ebene der Kunst hebt.
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